Warum deine Katze am Sofa kratzt – und wie du das Kratzen umlenkst. Die beste Methode für ein unversehrtes Sofa und eine zufriedene Katze.
Deine Katze kratzt an der Couch? Das ist keine böse Absicht – sie folgt nur ihrem natürlichen Instinkt. Aber keine Sorge, es gibt eine Lösung. Hier erfährst du, was du wirklich tun kannst, damit deine Katze das Sofa in Ruhe lässt.
Warum kratzt meine Katze am Sofa?
Kratzen ist für deine Katze kein Sabotageakt, sondern ein Instinkt. Sie markiert damit ihr Revier. Kratzspuren signalisieren: „Das hier gehört mir!“ Es ist ein Besitzanspruch mit Ausrufezeichen. Dabei geht es nicht um dich als Besitzer, sondern um alle anderen Lebewesen, die ihre „Privatsphäre“ theoretisch betreten könnten. Das Sofa ist perfekt dafür: Es steht zentral, hat eine große Fläche und das Ergebnis ist gut sichtbar.
Mögliche Auslöser für Kratzmarkieren:
- Deine Katze hat eine fremde Katze durchs Fenster gesichtet.
- Sie hat vergangene Nacht einen Katzenstreit gehört.
- Ein Familienmitglied hat eine Katze aus der Nachbarschaft gestreichelt und den Geruch mitgebracht.
- In einem anderen Stockwerk wohnt ein Hund, der täglich an deiner Haustüre vorbei geht.
Je stärker das Reviergefühl deiner Katze, desto stärker wird ihr Markierungsverhalten. Das Bedürfnis entsteht oft auch aus Unsicherheit. Ein Verbot bringt nichts.
Ein wichtiger Hinweis: Lass niemals fremde Katzen in deine Wohnung, nicht einmal Kitten. Das findet deine Katze als geradezu unerhört. Das kann sie derart irritieren, dass sie ihr Revier nicht nur durch Kratzen, sondern auch mit Urin markiert.

Schimpfen oder Strafen? Bitte nicht!
Falls du dich fragst, ob Schimpfen oder Strafen helfen – die Antwort ist ein klares Nein. Deine Katze will dich nicht ärgern. Es ist ihre tief verankerte Katzen-Pflicht, das Revier an strategisch wichtigen Positionen zu markieren.
Und mit Wasser anspritzen? Eine klare Fehlentscheidung. Deine Katze wird zwar mit dem Kratzen aufhören und flüchten, aber ohne zu verstehen, was gerade passiert. Sie lernt nur, dass du plötzlich bedrohlich geworden bist.
Und Fernhaltesprays? Lass es. Deine Katze wird sich nur noch unwohler in ihrer eigenen Umgebung fühlen. Da kann es passieren, dass deine Katze die unangenehmen Gerüche des Fernhaltesprays mit Urin überdecken will.
Oft wird empfohlen, eine Katze, die an Möbeln kratzt, zum Kratzbaum zu tragen. Oder man soll mit einem lauten „Nein“ reagieren. Das nützt nichts. Vielleicht wird deine Katze das Kratzen unterbrechen, aber sobald du nicht aufpasst oder nicht zu Hause bist, holt sie das Versäumte nach. Eine andere Lösung muss her!
Kratzen umleiten: So klappt es wirklich
Wie kann man einer Katze das Kratzen abgewöhnen? Antwort: Gar nicht. Aber du kann das Kratzen umleiten, damit sie das Sofa in Ruhe lässt. Gib deiner Katze Alternativen, die ihren natürlichen Bedürfnissen entsprechen. Kratzbäume, Kletterbäume und Kratzmatten sind ideal – aber einige Voraussetzungen sind nötig.
Wenn du einen Kratzbaum irgendwohin stellst, wird deine Katze weiterhin am Sofa kratzen. Warum? Weil er an strategisch wichtigen Positionen stehen muss.
Wie findest du die strategisch wichtigen Stellen? Gehe in die Hocke und betrachte deine Wohnung aus der Perspektive deiner Katze. Welche Möbel ragen besonders ins Zimmer hinein oder nehmen viel Platz ein?
Diese prägnanten Stellen sind für deine Katze von größter Bedeutung. Genau dort muss sie ihr Revier markieren. Positioniere Kratzbäume oder Kratzmatten nicht irgendwo in die Ecke, sondern an strategisch wichtigen Stellen.
Ein Kratzbaum ist oft nicht genug
Eine einzelne Kratzstelle reicht oft nicht aus, denn wahrscheinlich beinhaltet deine Wohnung mehrere strategische Punkte. Darum biete deiner Katze zumindest zwei Kratzstellen an.
Du brauchst keine großen, teure Kratzbäume zu kaufen – auch Kratzmatten oder Kratzflächen erfüllen den Zweck, wenn sie an der richtigen Stelle stehen.
Fazit: Kratzen umlenken, statt verbieten
Das Problem ist nicht das Kratzen selbst, sondern die fehlende Alternative. Biete deiner Katze attraktive Kratzmöglichkeiten an den richtigen Stellen – dann lässt sie das Sofa von ganz alleine in Ruhe. Ohne Strafen, ohne Stress – und mit einem zufriedenen Tier und einem heilen Sofa!ENDE
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Rechtlicher Hinweis: Meine Beiträge basieren auf gründlicher Recherche und persönlichen Erfahrungen. Sie stellen keinen Ersatz für eine tierärztliche Behandlung dar. Im Falle von Krankheiten oder Verletzungen sollte stets ein Tierarzt aufgesucht werden.
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Ich habe Kratzpappe besorgt, mögen meine Kleinen nicht.
Legen sich höchstens drauf, aber wissen nicht, was sie damit anfangen sollen, auch wenn ich es versucht habe zu zeigen 🤔
Ich suche mal einen neuen Platz für den Kratzbaum, steht nämlich „schön brav“ in der Ecke 🤭
Ich teste mal paar andere Kratzmöbel. Viele Besitzer benutzen Kratzpappe gerne, aber meine Katzen stehen da wohl nicht so drauf. 😅
Man kann außerdem die betroffenen Stellen unattraktiv für die Katze gestalten mit z.B. Baufolie oder Alufolie und passende Ausweichmöglichkeiten schaffen, wie einen klassischen Kratzbaum, aber auch mit Sisal bespannte Bretter. Manchmal nutzen die Katzen diese Alternativen aber nicht. Es hilft Feliscratch von Feliway auf die Stellen zu sprühen, wo die Katze kratzen soll. Durch optische Reize und Duftreize wird die Katze dann nämlich animiert genau dort zu kratzen.
Das mit der Alufolie hab ich versucht, leider haben meine 2 Kätzchen daran geknabbert 🙁
Hab die Alufolie dann sofort abgemacht, weil ich Angst hatte, sie würden die runterschlucken ._.